Szene-Guide Aktuell
Dein Guide für Parties,
Locations und Events in Braunschweig.
Alle Angaben
ohne Gewähr! :-) Anmerkungen, Kritik und Hinweise an
veranstaltungshinweise@out-in-braunschweig.de
August
Samstag, 14.08.10
SchwulWandern
Gaysensation-Braunschweig Mottoparty „Wild Night“
ab 22:00 Uhr im S-Club der „Roggenmühle“
September
Samstag, 04.09.10
Frauencafe im Cafe der AIDS-Hilfe ab 16:00 Uhr
Montag, 06.09.10
Queer Cinema zeigt “Hollywood Je t´aime, Come
together ab 20:00 Uhr, Filmbeginn 20:30 Uhr im C1 Cinema
Samstag, 11.09.10
SchwulWandern
5. Rosa-Tag im Heidepark Soltau von 09:00 Uhr bis 18:00
Uhr
Wir
feiern das Leben...MenDance / WomanDance bei KulturImZelt zum 25.
Geburtstag der Braunschweiger AIDS-Hilfe ab 23:30 Uhr
Oktober
Samstag, 02.10.10
Frauencafe im Cafe der AIDS-Hilfe ab 16:00 Uhr
MenDance /
WomanDance
Ab 3:00 Uhr AFTERHOUR mit Frühstück (7,- € incl. Kaffee & Tee)
in der Wiener Botschaft
Samstag, 30.10.10
Gaysensation-Braunschweig Mottoparty „Halloween - 1
Jahr SPLEEN-Club“
ab 22:00 Uhr im S-Club der „Roggenmühle“
November
Samstag, 06.11.10
Frauencafe im Cafe der AIDS-Hilfe ab 16:00 Uhr
Samstag, 13.11.10
SchwulWandern
Samstag, 27.11.10
Gaysensation-Braunschweig Mottoparty „X-Mas WarmUp“
ab 22:00 Uhr im S-Club der „Roggenmühle“
Dezember
Samstag, 04.12.10
Frauencafe im Cafe der AIDS-Hilfe ab 16:00 Uhr
MenDance /
WomanDance
Ab 3:00 Uhr AFTERHOUR mit Frühstück (7,- € incl. Kaffee & Tee)
in der Wiener Botschaft
Januar 2011
Samstag, 22.01.11
Gaysensation-Braunschweig Mottoparty
ab 22:00 Uhr im S-Club der „Roggenmühle“
März 2011
Samstag, 05.03.11
Gaysensation-Braunschweig Mottoparty „Karneval 2011“
ab 22:00 Uhr im S-Club der „Roggenmühle“
Ständiges
Braunschweig
Szene-Kneipen:
Wiener
Botschaft (gays, lesbians,
friends…)
Why Not (schwul, lesbian
friendly)
Sunshine Bar/Lounge (gay friendly), Kreuzstraße 17, 38118 Braunschweig
QueerCinema (Les.bi.schwule Kinoabende am 1. Montag im Monat im
C1 Cinema Braunschweig)
Zeitweise Disco und Party für Schwule, Lesben und
Freunde:
Gaysensation – Braunschweig
(ehem. Spleen-Club)
Gay-Rose-Club im cube11
Gay friendly:
Kuckuck, Böcklerstr. 238, 38102
Braunschweig
Schwejks Gasthaus, Celler
Str. 124, 38114 Braunschweig
Mexicana, Wollmarkt 14,
38100 Braunschweig
Gifhorn
Gay friendly:
Mückes Weinkeller, Braunschweiger Straße 15, 38518 Gifhorn, Tel. + Fax: 05371 / 936364
Wolfsburg
Wolfsburger Kreis
(Interessenverband homosexueller Mitarbeiter der Volkswagen AG)
Gay friendly:
Zum Tannenhof, Kleiststraße 49, 38440 Wolfsburg Tel. 05361 / 861586, Tannenhof@aol.com
Freizeit
in Braunschweig
Jugendgruppe:
Studentische Gruppen:
Sport:
Schwul-Lesbischer Sportverein SLS Braunschweig
e.V.
Crusing:
Parkplatz am Kennelbad im
Gleisdreieck
Theaterpark
Bei Badewetter auch am
Bienroder See
Christopher Street Day (CSD) in Braunschweig:
Sommerlochfestival immer am letzten
Juli-Wochenende, davor Rahmenprogramm
Stadtplan
von Braunschweig
Frauenberatung: Frauenberatungsstelle
Gesundheit
und Aufklärung:
Gesundheitsamt, 38114
BS, Hamburger Str. 226, Tel. 0531-4707252 -53 und -54
Aids-Hilfe
Beliebter Buchladen: Guten Morgen
Buchladen
Beliebtes Chat-Portal:
GayRomeo
Sauna: In
Braunschweig gibt es keine Gay-Sauna
Folgende Kneipen und Discotheken existieren nicht
mehr:
Sir Henry (Petersilienstraße), Angel
(jetzt Peetie’s), go up (Bohlweg), Queer (Bohlweg), Exil (Bohlweg), Eternity
(Bohlweg), Wappenstube (jetzt Wiener Botschaft), Bratbecker (jetzt Wiener
Botschaft), Queen’s Club im Peetie’s, GAYREVOLUTION im Rive, BS-GAY-NIGHT im
Toxic, BS-GAY-NIGHT im Lucky Lioin, Atelier (lesbisch, gay friendly), BS-GAY-NIGHT in der Heimatliebe, Poofy (hat
nie eröffnet)
Braunschweiger
Geschichte:
Von (www.newsclick.de)
am 24. Juli 2009
Schwule emanzipierten sich seit den 20er Jahren
Pfarrer
Dietrich Kuessner über die Geschichte der Homosexualität in Braunschweig – Ein
Dutzend Szenelokale zwischen 1949 und 1969
"Schwule und Lesben hat es – unter
einer anderen Begrifflichkeit – schon immer in Braunschweig gegeben, nämlich
seitdem es bevölkert ist", sagt Dietrich Kuessner. Der Pfarrer im
Ruhestand hat sich intensiv mit der Geschichte der Homosexuellen in
Braunschweig und Umgebung beschäftigt und die Historie für das 20-jährige
Bestehen des Vereins für sexuelle Emanzipation aufbereitet.
Das zölibatäre Milieu des
mittelalterlichen Braunschweig habe, so Kuessner, eine andere schwule
Farbigkeit als das aufgeklärte Braunschweig geschaffen, "wo Lessing in den
Armen seines Freundes Alexander 1781 am Ägidienmarkt 12 starb".
Die aufopferungsvolle Arbeit der
weiblichen Diakonie etwa im Marienstift habe wie in allen Mutterhäusern die
Möglichkeit einer besonderen Nähe der Diakonissen zueinander geboten. Kuessner
verweist auch auf die Kasernen in Braunschweig. Gilbert Holzgang habe Anfang
dieses Jahres mit einer eindrucksvollen Dokumentation an den Braunschweiger
Maler und Offizier Götz von Seckendorff erinnert.
"Sie haben alle gemeinsam, dass sie
schwul-lesbische Akzente in ihren Biographien andeuten. Zu emanzipatorischen Bewegungen
aber kam es erst in den 20er Jahren des vorigen Jahrhunderts", betont
Kuessner. Damals habe sich in Braunschweig wie in vielen anderen Städten des
Deutschen Reiches der "Bund für Menschenrechte" gebildet.
Die Braunschweiger Ortsgruppe habe es nicht
dabei belassen, in einem Klublokal, dem Ulrici-Restaurant, einen Ort zum
Kennenlernen und Austausch zu bieten, sondern sie sei politisch aktiv geworden:
sammelte im Frühjahr 1923 Unterschriften zur Abschaffung des Paragraphen 175,
der die Beziehungen zwischen Männern als "widernatürliche Unzucht"
unter Strafe stellte und richtete eine Petition an den Landtag.
"Der Rechtsausschuss mit seiner
linken Mehrheit befürwortete die Petition. In der Landtagssitzung beantragte
der Fraktionsführer der Rechten, der Welfe August Hampe, eine Aussprache zur
Drucksache 553, was bei Petitionen nicht üblich war, und forderte später sogar
namentliche Abstimmung." Man habe der Öffentlichkeit vorführen wollen, wer
für "die Lockerung der Sitten" verantwortlich wäre. Der Ausschussvorsitzende,
Hans Sievers, der spätere Kultusminister, habe den Antrag mit der interessanten
Bemerkung begründet, "dass wir hier vor einiger Zeit einen Vortrag zweier
Berliner Herren gehört haben, die dafür eingetreten sind, dass der Paragraph 175
des Strafgesetzbuches aufgehoben werden soll". Das Thema habe also die
Braunschweiger Öffentlichkeit erreicht.
"Für die Minderheit des Ausschusses
sprach August Hampe, der Stimmungsmache betrieb, indem er erklärte, dieser
Paragraph beträfe ,die sogenannte widernatürliche Unzucht, das heißt die
Unzucht zwischen Männern und die Unzucht zwischen Männern und Tieren’. Die
wollten wohl die Antragsteller nicht abschaffen."
Weder Menschenrechte noch ein sonstiger
Standpunkt rechtfertige es, den Paragraphen aufzuheben, so Hampe. "Zuruf
des Abgeordneten Hardeweg von rechts: Sehr richtig", schildert Kuessner.
Die links-liberale Mehrheit sei fest geblieben und habe der Abschaffung des
Paragraphen mit 30 zu 23 Stimmen zugestimmt.
"Man darf es den Landeshistorikern
nicht verübeln, dass sie diese Abstimmung als Episode des Landtags übergehen,
aber die Braunschweiger Schwulenbewegung erinnert jene daran, dass es für uns
eben keine Episode und für das Selbstbewusstsein der Ortsgruppe ,Bund für
Menschenrechte’ damals ein großer Tag war", betont Kuessner.
In die Forschung der Bundesrepublik sei
bisher nicht aufgenommen, dass der Adenauerstaat kontinuierlich an die
Schwulenverfolgung der Nazis angeknüpft habe und seit den 50er Jahren jährlich
bis zu 3000, und in den 60er Jahren bis zu 4000 Homosexuelle abgeurteilt worden
seien. "An eine Entschädigung für die erlittene KZ-Haft war wegen der nach
wie vor bestehenden unanständigen Begründung, nämlich Unzucht, nicht zu
denken."
Die Abhandlung "Freiheit für die
Schwulen/Braunschweigs schwule Stadtgeschichte" berichte, dass zwischen
1949 und 1969 in der Stadt etwa ein Dutzend Schwulenlokale und Schwulentreffs
bestanden hätten: etwa das "Atelier" in der Leonhardstraße oder das
"Sir Henry" in der Petersilienstraße.
"Diese Subkultur war nicht nur
Treffpunkt in der Freizeit, sondern diente der ständigen Selbstbestätigung,
dass man auf der richtigen Seite stünde." Wer etwas alternative Szene habe
schnuppern wollten, sei in "die Bambule" in der Helmstedter Straße
gegangen. Kuessner erinnert sich an den Szenesspruch: "Wo trifft man liebe
Schwule? Dienstags in der Bambule!"
Die Bambule sei zeitweilig Treffpunkt der
"Arbeitsgruppe Homosexualität Braunschweig" (AHB) gewesen, die Mitte
der 70er Jahre überwiegend aus Studenten bestanden habe und mit Flugblättern,
Aktionen, Kino und geselligen Veranstaltungen an die Öffentlichkeit gegangen
sei. "Aber die so genannte Community war in ihrem Lebensstil und ihren
emanzipatorischen Vorstellungen durchaus unterschiedlich und weit
verzweigt", erklärt Kuessner und erläutert: "Die Emanzipation der
Braunschweiger Lesben und Schwulen vollzog sich auf vielen, verschiedenen
Feldern, oft auch unabhängig voneinander."
Das größte Feld sei ohne Frage die
Universität gewesen. Im Wintersemester 1983/84 sei die "Homosexuelle Unigruppe
Braunschweig" (Hubs) gegründet worden. "Die Hauptaufgabe, so scheint
mir, war es, schwulen Studenten und lesbischen Studentinnen Zeit und Raum in
einer Art Ersatzfamilie zum Selbstfinden zu geben."
Bei der Astawahl 1985 sei schließlich
eine "Rosa Liste" angetreten und beim Asta ein Schwulenreferat
eingerichtet worden. Den Aufruf zur einer Demo anlässlich des Christopher
Street Day am 28. Juni 1986 habe die Vollversammlung der Studenten unterstützt
und sich u.a. für die Erforschung von Therapieansätzen bei HIV und Aids
eingesetzt. "Dieser Gewinn an Öffentlichkeit provozierte nicht nur
Widerspruch, sondern auf der rechtsradikalen Seite auch Gewalttätigkeit. Diese
wiederum wurde erwidert mit der bisher größten Veranstaltung im Juni 1988, dem
norddeutsch-weiten Treffen ,Gay Nord’, das mit einem Empfang im Braunschweiger
Rathaus durch Bürgermeisterin Leyla Onur eröffnet wurde", so Kuessner.
Nach längeren Anläufen sei am 21. Juni
1989 in den Räumen des Asta von fünf Studenten und zwei VW-Mitarbeitern der
"Verein für Sexuelle Emanzipation" (VSE) gegründet worden. Ziel: ein
schwules Zentrum. Das Rosa Telefon sei eingerichtet worden, der Verein später
Rechtsträger des Sommerlochfestivals geworden.
"Die andere Ebene in aber auch neben
der Universität war die Kunstszene. Einen Monat lang war im März/April 1985 in
der Hochschule für Bildende Künste eine Ausstellung unter dem Thema
"Frauenliebe – Männerliebe" zu sehen, ein historischer
Rückblick", erinnert sich Kuessner. Im mitveranstaltenden Staatstheater
sei im Kleinen Haus von Günter Ballhausen das Theaterstück "Rosa
Winkel" von Martin Sherman aufgeführt, die Geschichte zwei
unterschiedlicher Schwulen im KZ.
Eine dritte Ebene: die von Norbert
Baxmann in Zusammenarbeit mit Pro familia um 1983 organisierte Elterninitiative.
"In Braunschweig trafen sich 25 Väter und Mütter von schwulen Söhnen und
lesbischen Töchtern, sprachen sich aus, räumten Selbstzweifel aus und forderten
die Anerkennung homosexueller Lebensformen sowie ihre gleiche Behandlung als
kirchliche Mitarbeiter."
Eine vierte Ebene: der Evangelische
Kirchentag, auf dem schon 1977 in Berlin die Gruppe "Homosexuelle und
Kirche" gegründet worden sei. Gründung in Braunschweig: 1992. "Nicht
als letzte Ebene ist die des Staates zu erwähnen. 1969 wurde unter Justizminister
Heinemann die Strafbarkeit von Beziehungen unter erwachsenen Männern
abgeschafft, 1973 das Alter auf 18 Jahre gesenkt, 1994 der Paragraph 175 völlig
beseitigt und im Jahre 2001 das Rechtsinstitut der Eingetragenen
Lebenspartnerschaft geschaffen, von der in Braunschweig bisher 145 Paare
Gebrauch gemacht haben, 72 schwule und 73 lesbische."
Redaktionelle Bearbeitung des Vortrags:
Ann Claire Richter
Freitag,
24.07.2009
Ende des Artikels
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